IoT - was ist denn das? Und wie mache ich mit?
Das "Internet of Things" ist der nerdige Megatrend 2013. Mit der flächendeckenden Einführung von IPV6 im Vorjahr ist die letzte technische Hürde gefallen. Jetzt kann endlich alles mit allem - sich vernetzen, funken und völlig neuartig interagieren. Bis hin zur Industriellen Revolution 4.0 reichen die vorhergesagten Auswirkungen. Und nachdem bei Axtesys zwei alte RFID Erfinder mit an Bord sind, die in diesem Bereich buchstäblich hunderte Erfindungen gemacht haben, freut uns dieser Trend ungemein.
Doch dahinter steckt natürlich nicht nur Technik. Getrieben wird das Internet der Dinge von verschiedenen Faktoren, die oft ganz und gar nichts mit Technik zu tun haben:
- Spieltrieb
- Bequemlichkeit
- vernetzte Produktion
- verbesserte Logistik
Diese vier Schlagworte scheinen kaum zusammen zu passen und doch bilden sie beim IoT eine Gemeinschaft.
Für Privatanwenderinnen ermöglicht das IoT von verspielten Anwendungen wie der automatischen Erinnerung, wenn die Milch im Kühlschrank für den Morgenkaffee nicht mehr ausreicht, auch Anwendungen, an die wir uns rasch gewöhnt haben bzw. werden wie die genaue Lokalisierung von Paket-Sendungen. Damit kann man endlich genau sagen, wo das Geburtstagsgeschenk steckt und ob es noch rechtzeitig eintreffen wird (oder ob man sich schon mal besser eine plausible Ausrede einfallen lässt).
Daneben zeichnen sich bereits weitere Anwendungen ab. Egal ob es darum geht das eigene Heim toll zu vernetzen - mir gefällt da die Lösung von Ninjablocks sehr gut - oder man sein Handy nutzt um z. B. per Ingress die Welt völlig neu zu erleben. Ein Wort noch zu den Ninjablocks, denn diese zeigt aus meiner Sicht sehr gut den aktuellen Trend in dem Bereich auf. Ninjablocks laufen unter Linux, daher hat die Käuferin nicht nur Root und kann daher alles selbst programmieren - wenn gewünscht - selbst die Hardware liegt als Open Source vor, bis hin zu den Gehäusedaten zum Druck am heimischen 3D-Drucker.
Die Grenze zwischen Spiel und realem Nutzen verschwimmt dabei. Natürlich ist es toll, wenn ich weiß was ich einkaufen soll. Oder mir meine Wohnung meldet, wenn ein Fenster aufgeht, doch die Stunden des Bastelns und Konfigurierens sind meist dem Spieltrieb geschuldet. Und der Nerd-Faktor wird dabei bei vielen Nutzerinnen auch im Vordergrund stehen. Aber gerade das macht den Reiz des IoT aus. Denn spätestens seit dem Trend zu Gamification ist die Macht des Spiels in unserer digitalen Welt immer bewusster präsent.
Auf der anderen Seite stehen kommerzielle Anwenderinnen. Und hier ist dieser Trend schon deutlich weiter fortgeschritten. Denn kaum ein Branche, allen voran die Automobilindustrie, kann auf die Vorteile des IoT verzichten. Hier geht es natürlich auch oftmals um die genaue Weg-Verfolgung in der Produktion und Auslieferung. Im Bereich der Bekleidung kann damit noch individueller auf Kundinnenbedürfnisse eingegangen werden - inzwischen existieren erste Geräte, die in Kleidung eingenähte RFID Tags auslesen und auf deren Informationen reagieren.
Was ist nun die Schattenseite von dieser schönen neuen Welt? In der Industrie sind selbstverständlich Sicherheitsbedenken bei den Top-Problemen mit dabei. Hier muss sich erst zeigen, wie man die zahllosen Verbindungen und Datenkanäle absichern kann. Denn klar ist - je mehr Daten unterwegs sind, desto leichter können sich auch ungewollte Daten darunter verstecken. Auch nimmt mit jedem neuen Datenstrom die Komplexität des Systems zu, was einerseits Hackern zusätzlich Türen öffnet, aber auch schon ohne Böswilligkeit zu Schwierigkeiten führt.
Auf der Privatseite werden die Konsumentinnen noch überwachbarer. Personalisierte Werbung wird zunehmen. Und auch all die vielen bunten Gadgets im Privathaushalt brauchen nicht nur Strom, Wartung und Zeit, sondern stellen Einbrechern neue Möglichkeiten zur Verfügung. Von der ungewollten Nutzung ganz zu schweigen. Wir alle haben uns mehr oder minder daran gewöhnt, dass unser Handy schon mal aus versehen wen anruft, wenn wir damit rumspielen - doch was ist wenn die ganze Wohnung samt allen Mikrofonen und Webcams mal aus Versehen den falschen Webserver mit Informationen versorgt? Wie bekommen wir die Bilder dann wieder runter von Facebook...
Viel Licht und viel Schatten werden sich auch aus diesem Trend ergeben. Wie bei jeder Technik kommt es auf den Einsatz an. Viel Spaß damit!
Geschrieben von Markus Moser
